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Qualifizierung Opferberatung 2011
Der Landespräventionsrat Niedersachsen hat im Jahr 2011 in Kooperation mit dem proVal-Institut sowie der Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt (ARUG) eine modulare Qualifizierung zur "Fachkraft für Opferberatung im Handlungsfeld rechtsextremer Gewalt" angeboten. Die Qualifizierung richtete sich an Fachkräfte, die in ihren Arbeitsfeldern mit der Beratung von Opfern von Hassverbrechen bzw. rechtsextremer Gewalt zu tun haben.

Qualifizierungsmodule:
  • Modul I: 01. & 02. Juli 2011: Erscheinungsformen des Rechtsextremismus
  • Modul II: 01. & 02. September 2011: Viktimisierung bei Hassverbrechen
  • Modul III: 18. & 19.November 2011: Beratung und Unterstützung von Opfern rechter Gewalt
  • Modul IV: 08. & 09. Dezember 2011: Qualitätssicherung in der Arbeit mit Opfern
Weitere Informationen und Anmeldung auf den
Internetseiten des Landespräventionsrats Niedersachsen

Module

Ziele

Inhalte

Modul 1: Rechtsextremismus in Niedersachsen

  1. Die Teilnehmer/innen kennen nach dem Modul 1 die Codes und Symbole der rechtsextremen Szene.
  1. Die Teilnehmer/innen kennen Anlaufstellen bzw. Ansprechpartner in ihrer Region und in Nds. für den Umgang mit rechtsextremen Erscheinungen.
  1. Die Teilnehmer/innen kennen grundlegende Theorien zum Rassismus.
  1. Die Teilnehmer/innen kennen das Konzept Hate Crime und können dieses für die Situation in Nds. Einschätzen.
  1. Die Teilnehmer/innen kennen das Konzept der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit.
  1. Die Teilnehmer/innen kennen einschlägige Extremismustheorien und in der Lage, diese auf die aktuelle Situation in Niedersachsen einzuschätzen.

Erkennung von Codes und Symbole der rechtsextremen Szene, strafrechtliche Einordnung, Kleidungsmarken, Zahlencodes, Musik; Aktion Zivilcourage: Das sieht verboten aus

Ursachen und Erscheinungsformen von Rassismus, Rassismus als Antisemitismus, R. als kulturelle Differenz; Nora Räthzel: Rassismustheorien
Welche Rolle übernehmen Eltern für den Ausstieg junger Menschen aus der rechtsextremen Szene; Olaf Lobermeier: Rechtsextremismus und Sozialisation

Syndrom GMF: Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Abwertung von Langzeitarbeitslosen, Abwertung von Menschen mit Behinderungen, Abwertung von Obdachlosen, Islamophobie, Etabliertenvorrechte, Sexismus, Homophobie, Antisemitismus; Wilhelm Heitmeyer: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit

Zusammenhang von Rechtsextremismus und Gewalt, Erklärungsansätze für Rex: Theorem sozialer Desintegration, Dominanzkulturthese, konflikt- und subkulturtheoretisches Modell; Kurt Möller: Gewalt und Rechtsextremismus

Funktion des Extremismusbegriffs, Extremismus und empirische Forschung; Gero Neugebauer: Extremismus

Sozialpsychologischer Ansatz (Vorurteile, und Gewalt in situativen Kontexten), Multikausaler Ansatz, Wie entstehen Vorurteile und Stereotype? Marc Coester: Theoretische Erklärungen der hate crimes in den USA

Analyse den GMF-Syndroms für Niedersachsen; Beate Küpper: Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in Niedersachsen

 

Modul 2: Viktimisierung bei Hassverbrechen

Sozialkultureller Zusammenhang:

  1. Die Teilnehmer/innen kennen die Ursachen von politisch-motivierten Verbrechen.
  1. Die Teilnehmer/innen kennen die Bedeutung des Begriffs "Opfer" im geschichtlichen Kontext.
  1. Die Teilnehmer/innen kennen die Gründe für den Mangel an Bewusstsein für Opferbedürfnisse.
  1. Die Teilnehmer/innen kennen bestehende Klischees und Vorurteile gegenüber Opfern.
  1. Die Teilnehmer/innen kennen die Rolle des Opfers im Justizsystem.

Viktimologische Theorien:

  1. Die Teilnehmer/innen kennen die aktuellen Theorien zur Opferwerdung (direkte/indirekte Opferwerdung; stellvertretende Viktimisierung).
  1. Die Teilnehmer/innen kennen die Besonderheiten der Opferwerdung bei Hassverbrechen.
  1. Die Teilnehmer/innen kennen die Interaktionsdynamik bei Viktimisierungen.
  1. Die Teilnehmer/innen kennen Ansätze der Täter/Opfer-Kommunikation.
  1. Die Teilnehmer/innen kennen unterschiedliche Grade von Verletzlichkeit (Vulnerabilität) der Opfer sowie weitere physische und psychische Folgen bei Hate-Crime-Opfern.
  1. Die Teilnehmer/innen kennen unterschiedliche Grade bezüglich der  Wahrscheinlichkeit, Opfer zu werden.
  1. Die Teilnehmer/innen wissen, dass unterschiedliche Schäden aus unterschiedlichen Opferinteressen resultieren.

Bewältigung von Opfererfahrungen

  1. Die Teilnehmer/innen kennen Theorien zur Bewältigung von Opfererfahrungen.
  1. Die Teilnehmer/innen kennen Grundzüge der Entstehung und Entwicklung von Traumata.
  1. Die Teilnehmer/innen kennen Symptome von Traumata.
  1. Die Teilnehmer/innen sind in der Lage, Traumata zu klassifizieren.
  1. Die Teilnehmer/innen kennen Ansätze der Trauma-Therapie.

Historische Entwicklung des Opferbegriffs; Hans-Joachim Schneider: Viktimologie. Wissenschaft vom Verbrechensopfer, Gerhard Botz: Opfer/Täter-Diskurse

Bewältigungsforschung: Psychoanalytische Konzeptionen, Stresskonzeptionen, Klassifikation von Bewältigungsverhalten, Funktion von Bewältigung; Jörg Schumacher/Konrad Reschke: Theoretische Konzepte und empirische Methoden der Bewältigungsforschung

Formen von Bewältigung (Vermeidung, assimilative Bewältigung, Akkommodative Bewältigung;  Rainer Strobl/Werner Greve: Soziale und psychische Bewältigung von Krisen und Bedrohungen: Argumente für einen interdisziplinären Ansatz

Klassifikation von Opfererfahrungen (direkte/unmittelbare vs indirekte Viktimisierung; Instrumentelle/kollektive Viktimisierungen); Rainer Strobl, Olaf Lobermeier und Andreas Böttger: Verunsicherung und Vertrauensverlust bei Minder-heiten durch stellvertretende und kollektive Viktimisierungen

Die Rolle des Verhaltens für die Opferwerdung; Andreas Böttger/Olaf Lobermeier/Rainer Strobl: Interaktive Viktimisierung und rechtsextremistische Macht

Opferreaktionen nach Hate Crime-Übergriffen; Olaf Lobermeier/Andreas Böttger/Rainer Strobl: Viktimisierung und (Des-) Integration

Bedürfnislagen von Opfern, Auswirkungen von Viktimisierungen, soziale Konsequenzen, Verarbeitungsprozesse nach Viktimisierungen, Copingmodelle, Sekundäre Viktimisierung; Ute Ingrid Haas/Olaf Lobermeier: Viktimologische Theorieaspekte

Modul 3: Beratung und Unterstützung von Opfern rechtsextremer Gewalt

Opferhilfestandards

  1. Die Die Teilnehmer/innen kennen die Standards der Opferberatung.

Beratungstechniken

  1. Die Die Teilnehmer/innen kennen grundlegende kommunikative Methoden der Krisenintervention.
  1. Die Teilnehmer/innen sind sich bewusst über ihre eigene Einstellung gegenüber Opfern.
  1. Die Teilnehmer/innen sind in der Lage, sensibel mit Opfern umzugehen.
  1. Die Teilnehmer/innen sind in der Lage, ein empathisches Gespräch mit Betroffenen zu führen.
  1. Die Teilnehmer/innen kennen das Konzept der aufsuchenden Opferberatung.
  1. Die Teilnehmer/innen sind in der Lage, Opferberatung (sub)kultursensibel durchzuführen.
  1. Die Teilnehmer/innen kennen Ansätze zur Sensibilisierung der kommunalen Öffentlichkeit im Hinblick auf  Hate-Crime-Verbrechen.
  1. Die Teilnehmer/innen kennen die Grundlagen der Mediation.

Opferhilfestandards der ado

Was sind Ziele einer Beratung? Was ist in der Beratungssituation zu vermeiden? Welche Haltung sollte der/die Berater/in einnehmen? Checkliste für die Beratungsarbeit

Dimensionen interkultureller Kompetenz; Georg Auernheimer: Interkulturelle Kommunikation und Kompetenz

Systematisierung verschiedener Haltungen in der Beratung und Reflexion der eigene Erfahrungen

Erfahrungen aus der Beratungsarbeit der ostdeutschen Beratungsstellen; Grundlagen der aufsuchenden Arbeit
Umgang mit Traumata und posttraumatischen Belastungsstörungen in der Beratung
Möglichkeiten zur Sensibilisierung der kommunalen Öffentlichkeit; Oliver Schubbe: Bifokale Traumatherapie

Opferentschädigungsgesetz und weiterführende Opfer- und Verletztenrechte (Rahmenbeschluss des Rates der Europäischen Union vom 15. März 2001 über die Stellung des Opfers im Strafverfahren, StGB, StPO, Gerichtsverfassungsgesetz (GVG), Nebenklageverfahren gem. BGB)

Einführung in die Mediation; Susanne Kirchhoff/Kati Zenk: Möglichkeiten und Chancen von Mediation in der Prävention

Modul 4: Qualitätssicherung in der Arbeit mit Opfern

  1. Die Teilnehmer/innen kennen den Stand zur Professionalisierungsdebatte zum Berufsbild Opferhelfer.
  1. Die Teilnehmer/innen kennen die Methoden und Notwendigkeiten der Qualitätssicherung in der Opferberatung.
  1. Die Teilnehmer/innen kennen grundlegende Methoden der Selbstevaluation und sind in der Lage, diese auf die Opferberatung anzuwenden.
  1. Die Teilnehmer/innen sind in der Lage strategische Netzwerke für die Arbeit aufzubauen.
  1. Die Teilnehmer/innen kennen andere soziale Dienste im Hinblick auf die Versorgung von Opfern.

Professionalisierung und Berufsbild Opferhelfer; Ute Ingrid Haas/Olaf Lobermeier: Opferschutz als gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Notwendigkeit von Qualitätssicherung, Methoden der Selbstevaluation, Instrumente zur Durchführung selbstevaluativer Maßnahmen; proVal: Handbuch Evaluation und Qualitätsentwicklung

Überblick über die Hilfestrukturen und Anlaufstellen für Opfer in Niedersachsen

Was ist beim strategischen Aufbau von Netzwerken zu beachten; Rainer Strobl/Olaf Lobermeier: Netzwerke für eine attraktive demokratische Struktur.

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